Stil und Repertoire der Gruppe Adabei

Ist Adabei eine Coverband?

Den Namen Adabei gab sich die Gruppe Anfang der 80er Jahre, als sie sich vom Image einer reinen Unterhaltungscombo mit dem üblichen Tanzrepertoire lösen wollte. Damals hatte sie zunehmend Rock- und Bluesnummern in ihr Programm aufgenommen, welche aber auf Hochzeiten oder Vereinsfesten nicht so recht passten und eher auf Studentenveranstaltungen angesagt waren. Daher suchte man sich neue Wirkungskreise und war überall "auch dabei" (zu bayrisch: "A dabei "). Als die Band auf einem Rockfestival gefragt wurden, welchen Namen die Band den wirklich trage, zuckten die Bandmitglieder mit den Achsels und meinten, sie seien halt heute a dabei. Eigentlich klang dies gar nicht so schlecht, und so enstand der Name, der sich bis heute gehalten hat. Aber er darf nicht überinterpretiert werden, zumal der Begriff im österreichischen Sprachraum richtig eingeführt ist im Sinne von "bessere Gesellschaft". Davon kann bei Adabei nicht die Rede sein, allenfalls sofern es die Rockmusik betrifft.

Klar war auf Grund der Neigungen und Herkunft der damaligen Bandmitglieder (G. Preuschl, M. W. Weber, C. Nemmeier und wechselnde Schlagzeuger), daß das Repertoire überwiegend genau diese Art von Rockmusik enthalten sollte, mit der sie aufgewachsen waren. Sie sollte also im Stil von A wie Allmann Brothers über J.J. Cale, E. Clapton, J. Cocker, Deep Purple, Dire Straights, Doobie Brothers, Dylan, Eagles, Free, Gallagher, J. Geil´s Band, Golden Earring, J. Hendrix, Jethro Tull, Kansas, K. Lage, H. Lewis, S. Miller Band, G. Moore, Santana, Steppenwolf, Ten Years After, van Halen bis Z wie ZZTop sein.

Natürlich wurde auch eine Zeitlang ("vor allem zur Zeit der sog. Neuen Deutschen Welle") versucht , mit Eigenkompositionen zu glänzen. Aber es zeigte sich bald, daß es doch wesentlich fruchtbarer ist, Altbekanntes in einem neuen Gewand zu präsentieren, bzw. diesem einen individuellen Charakter aufzuprägen. Interessant ist z.B. die Frage, wie die eine odere andere Vorlage klingen würde, wenn sie beispielsweise von ZZTop oder Mark Knopfler intoniert worden wäre. Experimente dieser Art sind heute typisch für Adabei. Die Stücke klingen dort selten wie die Originalversion, denn dann könnte man diese auch nur einfach eine CD abspielen und bräuchte sich nicht weiter bemühen. Adabei spielt damit zwar tatsächlich die unvergesslichen Oldies nach, gibt ihnen aber ein neues Klangbild bei trotzdem hohem Wiedererkennungswert. Beispiele können zur Verdeutlichung dieser Beschreibung direkt abgehöhrt oder als MP3 von der Website heruntergeladen werden. Im übrigen klingen manche der Oldies in der heutigen Zeit so fremd, wenn nicht gar chaotisch, daß man sie im Originalsound gar nicht mehr nachspielen sollte. Trotzdem sind die Riffs und Rhythmen z.B. von Cream oder Taste auch heute noch zeitlos.

Zudem macht Kopieren eigentlich nur wenig Spass. Die Gesangsstimmen klingen sowieso nur in den seltensten Fällen wie die Originalstimmen, zumal Adabei grossen Wert darauf legt, so wenig technische Hilfsmittel wie irgend möglich zu verwenden. Die Musik ist entsprechend der Vorbilder aus den 60ern und 70ern tatsächlich noch handgemacht (mit richtigen Instrumenten). Es werden keine Samples oder ähnliches neumodisches Zeug verwendet (was übrigens sogar ZZTop bei Live-Konzerten macht). Die Percussion kommt von einem ordinären Schlagzeug ohne die Unterstützung eines Drumcomputers. Lediglich Orgel- oder Pianosounds werden auf modernen Keyboards erzeugt. PC´s haben bei Adabei im Übungsraum nichts verloren. Was Adabei an Klängen produziert, ist absolut autentisch (inkl. eventuelle menschliche Fehler).

Natürlich beobachtet man auch die aktuelle Musikszene, ob da nicht doch etwas "adabei" sein könnte. Aber dies scheint immer weniger der Fall zu sein, und wenn, stammt das Material irgend ´wie doch wieder von den Altmeistern. So in die Rockrichtung gehen natürlich teilweise auch Brian Adams oder Lenny Kravez . Aber auch da ist manche Anpassungsarbeit nötig. Und wenn von Dire Straights nichts mehr kommt, muß man eben etwas machen. Dire Straights und ZZTop könnte man so als Basis zur Beschreibung des Sound von Adabei festlegen. Das mag daran liegen, daß bei beiden Gruppen einerseits ein hohes Maß an Virtuosität an den Instrumenten, andererseits keine übermenschlichen Gesangsqualitäten gefordert werden. Wer auf letzeres allzu grossen Wert legt, ist mit Adabei eher schlecht beraten. Wer jedoch eine Mischung aus den Sounds der oben aufgezählten Gruppen mag, ist bei Adabei genau richtig. Das Repertoire der Gruppe reicht leicht für 5 bis 6 Stunden Livemusik.